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remembrance.de - Ein brandneues Weblog, das die Welt nicht braucht.


19. März 2009

Verzaubert von P!nk am 18.03.09

Dieser Abend spottet auch nur dem Versuch jeder Beschreibung. Deswegen fasse ich mich auch lieber kurz bei der Abhandlung über das beste Konzert seit langer Zeit (wenn nicht sogar das beste überhaupt). Als Vorband waren “Raygun” schon kein schlechter Start, die Jungs haben wirklich Groove. Powerfrau Alecia Moore hat uns danach bis ca. 21.05 Uhr auf die Folter gespannt, aber es war jede Sekunde des Wartens wert. Ohne etwas von der Band oder ihr zu sehen, bretterten sie einem ACDCs Highway to Hell als Opener vor die Gehörgänge, anschließend wurde sie aus dem Steg vor der Bühne an die Decke hochgezogen. Und es ging los wie ein Gewitter: Just Like A Pill, Don’t Let Me Get Me, Who Knew, U + Ur Hand. Als wenn das noch nicht genug wäre, räkelte sie sich nach dieser Einlage in Dessous auf einem roten Sofa und säuselte in dem Song immer irgendetwas von “Fuck me”… aaahhhh. Ein sehr sehr schön inszeniertes (stark improvisiertes) Family Portrait in Schwarz-Weiß ging einem an die Nieren. Ein paar Songs später fand sie sich mit dem Gitarristen ganz vorne auf dem Steg wieder und fragte die Menge, ob sie Led Zeppelin möge. Gefühlt war ich der einzige in der Riesen-o2-Arena, der laut brüllte “Yeeaah!” Immerhin sorgte ich damit für zusammenzucken bei den Mädels vor mir. Was soll ich noch sagen, Babe I’m Gonna Leave You hätte nicht besser gecovert werden können und sie hatte mich so weit. Es folgten noch Bohemian Rhapsody von Queen und Crazy von Gnarls Barkley. Anscheinend kann sie alles covern, es war ein Traum. Die Stimme, die Band. Keine 100%, sondern viel mehr. Bei ihren Turneinlagen am Trapez in 10 m Höhe zum Song So What standen alle nur noch fassungslos da. Die Zugabe mit Get The Party Started war fast einen Tick zu obligatorisch, bis sie wieder zur Decke schwebte, hinab in den Bühnensteg…. und wieder herausgezogen wurde. Sich klitschnass an einem Tuch drehend! Sex-Appeal hat einen neuen Namen. Und der Bewertungsmaßstab für Konzerte einen scheinbar unerreichbaren neuen Höhepunkt – P!nk.

26. Februar 2009

Priest Feast 2009 – Judas Priest, Megadeth, Testament

…am 26.02.2009 in der Max-Schmeling-Halle Berlin.

Überpünktlich haben sie angefangen. Die wohl in ihrer Art noch einzige unverfälschte Thrash Metal Band aus der Bay Area San Francisco. Lange nicht gesehen und doch wiedererkannt, möchte man fast platt bemerken – Auftritte von Testament sind leider rar geworden in Deutschland. Dafür entschädigt schon der Auftakt mit Over The Wall und Into The Pit, dabei ist die Halle noch nicht einmal zur Hälfte gefüllt. Umso besser für die Fans, mühelos lässt es sich direkt vor der Bühne mitrocken, headbangen und brüllen, immer mit dem aussichtslosen Versuch gegen Chuck Billys kehliges, Weltuntergangsthemen an- und herausschreiendes, unglaublich faszinierendes Organ anzukommen. Es gelingt einem zum Glück nicht, denn sonst müsste man ja vielleicht aufhören zu ihren Konzerten zu gehen. Die Qualität stimmt wie eh und je, Herr Skolnick fidelt sich behände durch alle mehr oder weniger melodischen Phasen (für mich ist der Mann ein Jazz-Musiker unter den Thrash-Gitarristen), Herr Peterson schreddert fröhlich vergnügt vor sich hin und Chuck lächelt zufrieden, während er einem die schönsten Hasstiraden der Metal-Literatur um die Ohren haut. Der Auftritt gipfelt schließlich in D.N.R. und 3 Days In Darkness vom damals mit Dave Lombardo (Slayer) eingespielten Album “The Gathering”. Agressiver und besser waren Testament nie, auch wenn ich Down For Life vermisst habe.

Megadeth haben mich danach überrascht. Herr Mustaine (durch seine schwierige Beziehung zu Metallica) teilweise als attitüdenbehaftetes Weichei verschrien, gaben sich viel unkomplizierter und ich ziehe den Hut vor so viel musikalischer Perfektion beim Live-Auftritt, es gab überhaupt nichts auszusetzen – schrecklich, wenn man eine Kritik schreiben will! Sogar die Songs haben alle Spaß gemacht: Alte Klassiker wie Symphony of Destruction, Hangar 18, Peace Sells wurden ergänzt durch neue rockige Stücke, die ich nicht genauer benennen kann. Ich denke das reinhören lohnt sich aber mal wieder nach langer Zeit.

Wie will man Hard Rock eigentlich definieren? Wenn man auf Judas Priest verweist, ist damit so gut wie alles erklärt. Rob Halford macht nicht nur seit gefühlten (1)40 Jahren Musik, er kann es nicht lassen und er sollte es auch nicht! Eine Halle voller riesiger Requisiten, ein qualmendes Metal-Motorrad, Licht, Feuer, eine Bühne, wo fünf Fußballmannschaften plus Betreuer Platz finden würden und ein Halford, der aus der Mitte der Bühne heraufgehoben wird. Dazu noch Ohrwürmer wie Breaking The Law und You’ve Got Another Thing Comin’ – fertig ist die abendfüllende Unterhaltung für Leute, die Spaß an lauten verzerrten Gitarren haben!

11. Dezember 2008

Sir Elton John gibt sich die Ehre…

…in der o2 Arena am 11.12.2008. Diesmal eingerichtet als Endbühne mit gigantischer Leinwand. Lorenz und ich haben die Karten verbilligt bei ebay bekommen, man könnte sie geradezu als Schnäppchen bezeichnen! Und ich muss festhalten: Es hat sich mehr als gelohnt. Viele bekannte Songs hat er geliefert wie z.B. Your Song (als Letztes), Rocket Man, Candle In The Wind, Believe, Daniel, Someone Saved My Life Tonight, The Bitch Is Back, Sorry Seems To Be The Hardest Word, Don’t Let The Sun Go Down On Me, Goodbye Yellow Brick Road, I’m Still Standing. Bei Saturday Night’s Alright durfte das Publikum die Bühne stürmen – selten gesehen so etwas. Er machte einen auch fast vergessen, dass der Ton in der Arena eher unterdurchschnittlich ist, es scheppert ab und an, die Anlage wirkt irgendwie überfordert mit dem Gebäude. Mittendrin hat er auch noch ein paar Witze gerissen, bezogen auf Bernie Taupin, seinen ewigen und genialen Texter. Alles in allem gut gerockt, Sir John!