…am 26.02.2009 in der Max-Schmeling-Halle Berlin.
Überpünktlich haben sie angefangen. Die wohl in ihrer Art noch einzige unverfälschte Thrash Metal Band aus der Bay Area San Francisco. Lange nicht gesehen und doch wiedererkannt, möchte man fast platt bemerken – Auftritte von Testament sind leider rar geworden in Deutschland. Dafür entschädigt schon der Auftakt mit Over The Wall und Into The Pit, dabei ist die Halle noch nicht einmal zur Hälfte gefüllt. Umso besser für die Fans, mühelos lässt es sich direkt vor der Bühne mitrocken, headbangen und brüllen, immer mit dem aussichtslosen Versuch gegen Chuck Billys kehliges, Weltuntergangsthemen an- und herausschreiendes, unglaublich faszinierendes Organ anzukommen. Es gelingt einem zum Glück nicht, denn sonst müsste man ja vielleicht aufhören zu ihren Konzerten zu gehen. Die Qualität stimmt wie eh und je, Herr Skolnick fidelt sich behände durch alle mehr oder weniger melodischen Phasen (für mich ist der Mann ein Jazz-Musiker unter den Thrash-Gitarristen), Herr Peterson schreddert fröhlich vergnügt vor sich hin und Chuck lächelt zufrieden, während er einem die schönsten Hasstiraden der Metal-Literatur um die Ohren haut. Der Auftritt gipfelt schließlich in D.N.R. und 3 Days In Darkness vom damals mit Dave Lombardo (Slayer) eingespielten Album “The Gathering”. Agressiver und besser waren Testament nie, auch wenn ich Down For Life vermisst habe.
Megadeth haben mich danach überrascht. Herr Mustaine (durch seine schwierige Beziehung zu Metallica) teilweise als attitüdenbehaftetes Weichei verschrien, gaben sich viel unkomplizierter und ich ziehe den Hut vor so viel musikalischer Perfektion beim Live-Auftritt, es gab überhaupt nichts auszusetzen – schrecklich, wenn man eine Kritik schreiben will! Sogar die Songs haben alle Spaß gemacht: Alte Klassiker wie Symphony of Destruction, Hangar 18, Peace Sells wurden ergänzt durch neue rockige Stücke, die ich nicht genauer benennen kann. Ich denke das reinhören lohnt sich aber mal wieder nach langer Zeit.
Wie will man Hard Rock eigentlich definieren? Wenn man auf Judas Priest verweist, ist damit so gut wie alles erklärt. Rob Halford macht nicht nur seit gefühlten (1)40 Jahren Musik, er kann es nicht lassen und er sollte es auch nicht! Eine Halle voller riesiger Requisiten, ein qualmendes Metal-Motorrad, Licht, Feuer, eine Bühne, wo fünf Fußballmannschaften plus Betreuer Platz finden würden und ein Halford, der aus der Mitte der Bühne heraufgehoben wird. Dazu noch Ohrwürmer wie Breaking The Law und You’ve Got Another Thing Comin’ – fertig ist die abendfüllende Unterhaltung für Leute, die Spaß an lauten verzerrten Gitarren haben!
