Gestern
Schon bei meinem alten Acer Travelmate hatte ich den Hang zu eigenartigen Hardware-Upgrades, allerdings möchte ich betonen, dass Intel durch ihre WLAN-Adapter gehörig zu diesem pathologischem Verhängnis beiträgt. Damals tauschte ich den ersten Intel Pro Wireless 2100B gegen einen Atheros 24xy-11abg Adapter, der den Laptop tatsächlich funkfähig machte (vorher konnte davon eigentlich keine Rede sein).
Heute
Beim Kauf des T500 dachte ich dann zuerst “Na gut, es ist nur der billigste Intel 5100, aber es wird jawohl ausreichen.” Die Performance ließ aber zu wünschen übrig, egal ob unter Windows oder Linux. Dazu gesellten sich noch eigenartige Systemhänger, Probleme beim Wake-Up usw. Verbindungen wurden entweder gar nicht hergestellt, oder extrem schleppend und dann auch noch unzuverlässig. Gar nicht witzig fand ich dann den Workaround von Intel, die 51×0 Adapter per Treiber auf 130 MBit/s zu beschränken (obwohl eigentlich komplett 11n-fähig!). Und tatsächlich haben die Systemabstürze offensichtlich mit der Geschwindigkeit zu tun, verschiedene Leute berichten und Linux Systemabstürze nach einer voll ausgelasteten WLAN-Verbindung, auch bei mir trat dieser Fehler auf. Also wieder eine Intel-Krücke im Laptop, na schönen Dank auch. Nun stellte sich die Frage, welcher Ersatz zu beschaffen wäre. Atheros? 9000er Serie? Open Source ath9k Treiber vom Hersteller? Bingo! Atheros verzichtet bei allen 9000er m.W. auf die dritte 11n-Antenne, da ihre Untersuchungen nur leichte Verbesserungen ergeben haben. Mir erscheint das durchaus plausibel – in dem ganzen Funk-Wirrwarr werden sowieso nur die wenigsten 3-Antennenadapter auf die volle Übertragungsbandbreite kommen.
Trickreich
Nun, beim Travelmate musste man nur Pin 13 auf dem neuen Mini PCI-Adapter abkleben, dann ging alles wie von selbst (allerdings ohne Hardware-Schalter und ohne LED). Leider ist das bei Lenovo/HP/IBM Laptops etwas schwieriger – die Fehler 1802 und Konsorten lassen grüßen. Damit verhindern große OEM-Hersteller, dass Fremdkarten in ihre Laptops eingebaut werden, das geschieht über eine sogenannte Whitelist im BIOS des Rechners. Hier werden für alle zugelassenen Karten die eindeutigen Vendor und die Produkt IDs abgelegt, falls er die Kombination für den neuen Adapter dann beim Starten nicht findet, blockiert das BIOS den Start.
Des Rätsels Lösungen…
…sind vielfältig. BIOS manipulieren, neue Karte manipulieren, Treiber manipulieren, etc. Für Thinkpad-Fans neuerer Modelle gibt es m.E. nach nur eine praktikable Lösung und das sind die BIOS-Mods von Zender, die man mit guten Quellen (in der Regel nur per PN im Forum http://forum.thinkpads.com) im Netz auftreiben und benutzen kann, um seinen Rechner zu flashen. Für die richtigen Nerds bleibt außerdem noch der spannende BIOS-Selbstbau nach Yen’s Art (siehe hier). Als zusätzlichen “Mod” bleibt allerdings immer noch das Abkleben des Pins 20 auf der Mini-PCI-Express-Karte, ansonsten wird diese vom BIOS nicht aktiviert. Danach funktioniert aber sogar die eingebaute LED des Thinkpads!
…und morgen?
Nach zwei Wochen Testbetrieb kann ich nun konstatieren: Es lohnt sich immer, Intel-Wireless-Adapter auszutauschen. Ich habe keine Probleme mit dem Uni-Netzwerk (802.1x, a-Band), keine Probleme mit meinem N-Router zu Hause, keine plötzlichen System-Hänger bei WLAN-Auslastung und auch keine komischen PCI-Events mehr. Und die Bitrate konnte ich auch noch steigern von max. 130 MBit/s auf 250 MBit/s. Meine Liebe gilt nun auf ewig Atheros (bis sich etwas Besseres findet)!
